Deutsches Turnfest in Leipzig 2002

„Neues entdecken – Leipzig 2002“
Zum ersten Mal seit der deutschen Einheit von 1990 findet das Turnfest in einem der neuen Bundesländer statt. Über 80.000 aktive Teilnehmer/innen. Die gesamte Stadt feiert bei frühsommerlichem Wetter das Turnfest mit. Eröffnung im Gewandhaus, Turnfestzentrum ist die Messe Leipzig, imposantes Abschlussfest auf dem Augustusplatz. Die Stadiongala mit Bundeskanzler Gerhard Schröder als Gast wird live aus dem rohbau-fertigen neuen Leipziger Stadion im MDR übertragen. Erstmals eigenständiger Internet-Auftritt des Turnfestes mit dem Medienpartner Tenovis.

Turnfest 2002 in Leipzig – Ein Rückblick
Am Freitagmorgen, den 17.05.02, starteten 35 Turnfestfahrer der TG mit einem Bus zum Deutschen Turnfest in Leipzig. Mit von der Partie waren auch wieder 9 Frauen des SC Bad Salzuflen, die uns jetzt schon zu mehreren Turnfesten als „Beifahrer“ begleitet hatten. Das Packen des Busses war schon die erste Hürde, die es zu bewältigen gab. Fast jeder der Teilnehmer hatte eine Tasche bzw. einen Koffer , einen Schlafsack, eine Liege bzw. Luftmatratze mit von der Partie. Ferner kamen noch einige Bierzeltgarnituren, ein Kühlschrank, ein Grill und mehrere Paletten Getränke hinzu. Nach einer Weile hatten dann alle ihre Sachen im Gepäck- bzw. Innenraum des Busses verstaut und konnten sich auf die Reise begeben. Nach zweistündiger Fahrt wurde auf dem Parkplatz Helmstedt die Mittagspause eingeläutet und die Teilnehmer mit Butterkuchen verköstigt. Frisch gestärkt ging es dann auf die letzte Etappe nach Halle, wo unsere Gemeinschaftsunterkunft bereit stand.
Auf den ersten Blick wirkte die Unterkunft in der Gustav-Friedrich-Herzberg-Grundschule nicht Vertrauen erweckend. Die Teilnehmer fanden sich in einer „Plattenbau“- Siedlung wieder und auch die Schule war diesem Ambiente angepasst. Von Außen noch mit Graffiti verunstaltet, bot sich im Innern eine durchrenovierte Schule mit nagelneuen sanitären Anlagen und ordentlichen Klassenzimmern für die Nachtruhe. Einziger Wermutstropfen waren die Duschen in der Turnhalle, die noch nicht saniert und nur sechs an der Zahl waren und für 450 Leute reichen sollten! Nach Entladung des Busses und Beschlagnahme der Klassenzimmer fuhren die 6 Teilnehmer weiter, die es vorgezogen hatten, in einem Hotel in Leipzig direkt zu übernachten. Am Abend kamen dann noch drei TG-Mitglieder mit ihrem Wohnmobil nach, die auf dem Schulhof ihren Stellplatz fanden.
Nachdem man sich im Massenquartier häuslich eingerichtet hatte, lud der Turnfestwart am Freitagabend noch zu einem gemütlichen Grillen auf dem Schulhof ein, da die Gemeinschaftsverpflegung erst am Samstag mit dem Frühstück begann. Das gemütliche Beisammensein ging bis spät in die Nacht, bevor man sich auf seiner hergerichteten Schlafstatt zur Ruhe bettete.
Am Samstag ging es dann mit dem Gemeinschaftsfrühstück im Essenssaal der Schule los, das in Form eines Büfetts hergerichtet war. Anschließend war das Ziel Leipzig. Hierbei waren einige Hürden im ÖPNV zu bewältigen und eine Menge Zeit mitzubringen. Von der Unterkunft musste man zu Fuß zur Straßenbahn- oder S-Bahnhaltestelle Silberhöhe in Halle. Von hier ging es dann weiter Richtung Hauptbahnhof Halle, wo man einen Zug nach Leipzig erwischen musste. Im Hauptbahnhof Leipzig angekommen, ging es mit der Tram zum Veranstaltungsort. Für diese Strecke benötigte man im Schnitt gut eineinhalb Stunden. Diese Tatsache und die teilweise verheerenden Unterkünfte in Halle waren der größte Kritikpunkt aller Turnfestbesucher, die in Halle untergebracht waren. In der Zwischenzeit hat sich das Organisationskomitee auch für diese Umstände schriftlich entschuldigt und für Berlin 2005 Besserung gelobt. Um 17 Uhr traf man sich dann am Aufstellplatz für den Festumzug. Nach gut dreistündiger Wartezeit schien es dann auch loszugehen, aber nach nur 300 Metern war dann schon wieder Stau und nichts bewegte sich mehr. Aufgrund der stundenlangen Warterei verließen nun die ersten den Zug. Im Anschluss an den Zug fand dann das Eröffnungsfest in der Leipziger Innenstadt und vor der Oper statt. Hierbei standen Attraktionen wie Hochseilakrobatik, Tanztheater oder Auftritte namhafter Künstler wie Katarina Witt oder Jeannette Biedermann auf dem Programm.
Für den Rest der Woche ging man dann in kleineren oder größeren Gruppen einzelnen Aktivitäten wie den Mitmachangeboten, den Showveranstaltungen oder Wettkämpfen, nach.
Für die Volleyballabteilung standen noch zwei Wettkämpfe auf dem Programm. Zum einen hatte man eine Mannschaft für das 2er-Mixed-Beach-Turnier und die andere für das 4er-Mixer-Beach-Turnier gemeldet. Beim 2er-Mixed-Turnier belegte man nach gutem Start unterbrochen durch etliche Regenunterbrechungen den 5. Platz in der Gruppe. Das 4er-Mixed-Turnier wurde aufgrund von starken Regenfällen und Gewittern sogar ganz gestrichen.
Den Abschluss der Woche bildete dann noch ein gemeinsamer Abend, an dem ausgiebig gegrillt, getrunken und erzählt wurde.
Zuletzt noch ein paar nackte Zahlen zum Turnfest: 100.000 Besucher aus 4083 Vereinen waren dabei; 15.000 Wettkampfstarter aus Nordrheinwestfalen nahmen teil; begehrteste Spielsportart war Beach-Volleyball mit 1104 Mannschaften und 2710 Aktiven; rund 70.000 Mal wurden die „Mitmachangebote“ wahrgenommen und die Pins dazu verteilt; der älteste Teilnehmer war 101 Jahre; es wurden 140.000 Liter Milch, 1,3 Tonnen Nesquick, 525.000 Becher Joghurt, 350.000 Äpfel, 1.050.000 Brötchen, 13,5 Tonnen Müsli und Cornflakes, 8,6 Tonnen Butter, 20,5 Tonnen Wurst, 6 Tonnen Kaffee und 50.000 Flaschen Saft während dieser Woche von den Teilnehmern vernichtet.